Geisingberg

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Arnica montana
Familie:
Korbblütengewächse
Merkmale:
Blüten: dottergelb, bis 8 cm Durchmesser; 20 - 50 cm, Grundblattrosette, Stängelblätter gegenständig
Blütezeit:
Juni bis Juli
Vorkommen:
magere Bergwiesen und Borstgrasrasen, seltener auch in lichten Eichenwäldern, früher auf den Bergwiesen des Ost-Erzgebirges weit verbreitet, heute ziemlich selten und immer noch im Rückgang, stark gefährdete Art
Bemerkungen:
Giftig! wird medizinisch verwendet gegen Prellungen, Verstauchungen, Entzündungen, Blutergüsse, heute jedoch Sammeln verboten. Geschützt!
Ähnliche Arten:
Foto: Konrad Knauthe

Dactylorhiza majalis
Familie:
Orchideen
Merkmale:
Blüten: purpurn, Unterlippe mit dunklerer variabler Fleckung; 20 - 45 cm, Blätter meist braun gefleckt, Stängel mit drei bis sechs Blättern bis zum Blütenstand, auch innerhalb des Blütenstandes Laubblätter ("Tragblätter"), Tragblätter die Blüten teilweise überragend
Blütezeit:
Mai bis Juni
Vorkommen:
Nasswiesen, Flachmoore, verbreitet vor allem im oberen Bergland
Bemerkungen:
häufigste heimische Orchidee, die örtlich noch zu Hunderten oder gar Tausenden vorkommt, dennoch gingen die Bestände stark zurück, vor allem durch Nutzungsaufgabe kleiner Nasswiesen. Geschützt!
Ähnliche Arten:
Foto: Henriette Schmidt

Lilium bulbiferum
Familie:
Liliengewächse
Merkmale:
Blüten: leuchtend orange bis rot, aufrecht, einzeln oder bis zu sieben Blüten pro Pflanze; Zwiebelgewächs, 50 - 100 cm, Blätter wechselständig, meist mit Brutzwiebeln in den Blattachseln
Blütezeit:
Juni bis Juni
Vorkommen:
Steinrücken, Bergwiesen, Wald- u. Gebüschränder, Brachäcker, sehr selten, nur im oberen Bergland (v.a. Geisingberggebiet), basenliebend, bei uns an der Nordgrenze ihrer Verbreitung
Bemerkungen:
Die Pflanze galt in der Brachlandwirtschaft als Unkraut, als die Ackerböden, um sich zu erholen, jahrelang nicht bewirtschaftet wurden. Diese Zeit reichte zur Entwicklung von der Brutzwiebel zur blühenden Pflanze. Die Intensivierung der Landwirtschaft (Düngung, Fruchtfolgewirtschaft vertrieb die Pflanze von den Feldern. Sie fand aber in den Steinrücken des Ost-Erzgebirges geeignete Rückzugsgebiete. Die Blütenknospen werden häufig von Rehen verbissen. Vom Aussterben bedroht. Geschützt! In Gärten findet man sie als Zierpflanze, vor allem die subsp. croceum, die keine Brutzwiebeln bildet.
Ähnliche Arten:
Foto: Simone Heinz

Polygala vulgaris
Familie:
Kreuzblümchengewächse
Merkmale:
Blüten: meist blau, mitunter auch weiß oder rosa, 6 - 8 mm lang; Blütenstand mit 10 bis 30 Blüten; niedrigwüchsig (max 25 cm), oft grün überwinternd; Blätter bis 1 cm lang, lanzettlich, vorn zugespitzt
Blütezeit:
Mai bis August
Vorkommen:
Magerrasen, Flachmoore, Borstgrasrasen; im mittleren und oberen Bergland auf mageren Bergwiesen noch gelegentlich anzutreffen, ansonsten inzwischen ziemlich selten und weiter im Rückgang
Bemerkungen:
in der Roten Liste Sachsens als gefährdet aufgeführt; früher angeblich gesammelt und an Kühe verfüttert in dem Glauben, dies erhöhe die Milchleistung
Ähnliche Arten:
Foto: Henriette Schmidt

Astrantia major
Familie:
Doldengewächse
Merkmale:
Blüten: rötlichweiß, unscheinbar in einfachen Dolden mit zahlreichen großen Hüllblättern, die etwa doppelt so lang wie die darüber angeordneten Doldenstrahlen sind (deshalb nicht sofort als Doldenblütler erkennbar); 30 bis 100 m hoch; Stängel wenig beblättert, meist nur an der Spitze verzweigt; Grundblätter lang gestielt, meist fünfteilig (handförmig)
Blütezeit:
Juni bis August
Vorkommen:
feuchte, schattige Bergwiesen und Waldränder, lichte Gebüsche, vorzugsweise auf kalkhaltigen Böden; nur im östliche Teil des Ost-Erzgebirges
Bemerkungen:
in Sachsen sehr selten geworden und deshalb geschützt
Ähnliche Arten:
Weitere Art: Sanikel (Sanicula europaea): maximal 50 cm groß, Blüten von wesentlich kleineren Hüllblättern umgeben, alle Blätter in grundständiger Rosette angeordnet (diese auch fünfteilig aber mit deutlich breiteren Einzelblättern); recht selten in Lau
Foto: Simone Heinz

Rhinanthus minor
Familie:
Braunwurzgewächse
Merkmale:
Blüte: gelb, mit hellem Oberlippenzahn; einjährig; bis 40 cm hoch, Stängel teilweise verzweigt, Blätter lanzettlich, obere mehr oder weniger rhombisch bis dreieckig, gezähnt
Blütezeit:
Juni bis Juli
Vorkommen:
Mähwiesen und Böschungen, in den oberen Berglagen noch relativ häufig, sonst heute selten und im starken Rückgang
Bemerkungen:
Als Wurzel-Halbschmarotzer (an Gräsern und Schmetterlingsblütlern) war Klappertopf früher ein gefürchtetes Wiesenunkraut, das sich auf spät gemähten Wiesen massenhaft ausbreiten konnte. Weil es solche mageren Mähwiesen heute kaum noch gibt, ist auch der Klappertopf vielerorts selten geworden. Der Name stammt vom klappernden Geräusch, das die reifen Samenkapseln im Sommerwind und bei der Heumahd verursachen.
Ähnliche Arten:
Großer Klappertopf (Rhinanthus angustifolius): bis 60 cm hoch; gelbe Blüte mit violettem Oberlippenzahn, Blütezeit später als Kleiner Klappertopf (Juli/August); vor allem im Gebirge auf mageren, meist feuchten Mähwiesen; heute selten und stark gefährdet
Foto: Sina Klingner

Polygonatum verticillatum
Familie:
Liliengewächse
Merkmale:
Blüten: weiße „Glöckchen" (zu einer Röhre verwachsene Kronblätter) mit grünen Spitzen, jeweils zwei bis fünf in einer Traube unter den Blattquirlen; 30 - 70 cm; Blätter linealisch bis lanzettlich, jeweils drei bis sechs Blätter in einem Quirl; Früchte: rote, später schwarze Beeren
Blütezeit:
Mai bis Juni
Vorkommen:
typische Art der (etwas nährstoffreicheren) Bergwälder; sowohl in den Kammlagen als auch im unteren Bergland deutlich seltener
Bemerkungen:
giftig!
Ähnliche Arten:
Foto: Sina Klingner

Drosera rotundifolia
Familie:
Sonnentaugewächse
Merkmale:
Blüten: weiß mit 5 Kronblättern und fünfspaltigem, glockig geformtem Kelch; 5 - 20 cm hoch, rosettenartig am Boden anliegend, Blätter kreisrund und mit zahlreichen braunroten beweglichen Drüsenhaaren ("Tentakeln"), die eine klebrige Flüssigkeit abscheiden, an der kleine Insekten haften bleiben und verdaut werden
Blütezeit:
Juli bis August
Vorkommen:
auf Hoch- bzw. Zwischenmoore angewiesen, fast überall selten geworden und weiter im Rückgang (deutschlandweit gefährdet, in Sachsen stark gefährdet); im Ost-Erzgebirge nur im östlichen Teil noch vereinzelt vorhanden
Bemerkungen:
Durch das Anlocken, Festhalten und Verdauen von kleinen Insekten gleichen "fleischfressende Pflanzen" den Nährstoffmangel der Hochmoorböden aus - den Beweis der sogenannten Karnivorie, die nach der damals vorherrschenden Meinung nicht der gottgegebenen Ordnung entspräche, erbrachte Charles Darwin 1875 nach langen Versuchen mit Rundblättrigem Sonnentau. Geschützte Art!
Ähnliche Arten:
Foto: Sina Klingner

Trollius europaeus
Familie:
Hahnenfußgewächse
Merkmale:
Blüte: hell- bis goldgelb gefärbt, bis 3 cm breit mit kugelförmig angeordneten Blütenblättern; bis 60 cm; mit gestielten, handförmig geteilten und gesägten Grundblättern, Stängelblätter sitzend und meist aus nur 3 gesägten Einzelblättern bestehend; Früchte bis 1,5 cm lang und geschnäbelt
Blütezeit:
Mai bis Juli
Vorkommen:
"die" Bergwiesenblume; ursprünglich weit verbreitet in den Gebirgen Mitteleuropas, in vielen Gebieten aber im 20. Jahrhundert selten geworden oder völlig verschwunden; im Ost-Erzgebirge früher im gesamten östlichen Gebiet, heute außer am Geisingberg nur n
Bemerkungen:
Früher wurden Trollblumen von Kindern auf den Bergwiesen geerntet und als Bergblumensträuße auf den Bahnhöfen an Sommerfrischler verkauft; Intensivierung der Landwirtschaft einerseits und Aufgabe der Heunutzung andererseits haben Trollblumen selten werden lassen. Außerdem bereitet der saure Regen auch dieser basenliebenden Art Probleme.
Ähnliche Arten:
Foto: Simone Heinz

Petasites albus
Familie:
Korbblütengewächse
Merkmale:
Blüten: weiß, in einer sich zur Fruchtreife stark streckenden Traube; 10 - 80 cm, mit unterirdischen Ausläufern; Blätter rundlich, unregelmäßig doppelt gesägt, am Ende der Blütezeit erscheinend, unterseits graufilzig, Blätter erreichen erst im Spätfrühling nach der Blütezeit ihre volle Größe (bis 40 cm Durchmesser)
Blütezeit:
März bis Mai
Vorkommen:
wechselfeuchte, sandige bis kiesige Flussufer, sickerfrische Waldstellen, Uferstaudenfluren vor allem im Bergland, an den Flüssen bis ins Tiefland herab
Bemerkungen:
Tee aus den Blättern wirkt krampflösend und beruhigend; Der Name "Pestwurz" geht auf das Mittelalter zurück, als man sich von verschiedenen Pflanzen Heilkraft gegen die Seuche erhoffte.
Ähnliche Arten:
Foto: Konrad Knauthe

Die Pflanzenbeschreibungen entstammen dem Naturführer Ost-Erzgebirge Band 1 Pflanzen und Tiere (2007 herausgegeben von der Grünen Liga Osterzgebirge e.V. )

Wandertouren im Geisingberg

Hinweise zur Tour

Bergwiesenvielfalt

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